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„Gleich hinterm Proberaum türmen sich dunkle Wolken. Im Gebirge hängt schwer der Nebel.
Baumkronen versinken darin wie alte Schiffe. Im Tal, am Fuß der Gletscher, sitzen Peter, Florian und Markus in einem winzigen, schiefen Haus. Hier schreiben die drei zusammen Musik, die von der Welt jenseits der Fenster, erzählt. »Ich kann mit Sicherheit sagen, dass wir das Gegenteil einer urbanen Band sind. Wir werden durch die Landschaft um uns sehr geprägt«, erklärt Sänger und Gitarrist Peter.

Seit dem Frühling 2013 spielen die drei Musiker aus Bayern als aerosol zusammen. Peter schreibt und singt deutsche Texte so elegant wie kauzig. Dabei schält er scharfkantige Melodien aus dem Holz seiner E-Gitarre. Schlagzeuger Markus und Bassist Florian treiben die Songs an. Sie finden Inspiration im Indierock, Post-Punk und dem Rock ’n‘ Roll der 70er Jahre. Florian bringt zusätzliche Keyboard- und Synthesizer-Klänge mit in die Band ein und verleiht der Musik damit eine manchmal naive, aber auch gespenstische, Note.
schilf
Die beinahe euphorische Stimmung, die in Songs wie »Plan Los« oder »Schiffbruch« aufkeimt, wird immer wieder durch Peters raue Stimme gebrochen. Er will ein Spielverderber sein, erzählt vom Sonnenlicht, das in den übermüdeten Augen brennt, von sinkenden Booten und einem gebrochenen Herzen.

Trotz der melancholischen Geschichten, haben die drei Musiker den Drang, hier einen Gegenpol zu schaffen – sich aus der »gedanklichen Holzhütte« zu befreien, meint Peter. Aus dem Scheitern, von dem er singt, »kann etwas neues entstehen. Viele tolle Sachen haben so überhaupt erst begonnen!«

So wandert die Band auf einem schmalen Grat und hält doch die Balance zwischen Euphorie und Entrüstung, Ende und Neuanfang. Die wehmütig süßen Melodien von aerosol hallen durch die weiten Landschaften, die sich um das Trio herum auftun. Sie überwinden Täler und Gipfel, bis die Songs beim weit entfernten Publikum ankommen. Hier überdauern sie alle Hochs und Tiefs.“

Sebastian Witte